Economic Insights by EAC Consulting – May 2020

Die Auswirkungen von Covid 19 auf die Wirtschaft in China


China wurde im ersten Quartal 2020 von COVID-19 in einem noch nie dagewesenen Ausmaß wirtschaftlich beeinträchtigt, was zu einem BIP-Rückgang von -6,8 % im Vergleich zum Vorjahr führte in Q1 2020. Obwohl die Regierung noch kein größeres Konjunkturprogramm vorgestellt hat, hat sie Gegenmaßnahmen wie Subventionen und Unterstützungsmaßnahmen für KMUs, weitere Liberalisierungen im Bereich Investitionen sowie Pilotzonen für Crossboarder E-Commerce eingeführt. Im April 2020 sind erste Anzeichen einer Erholung sichtbar geworden: Der PMI ist gestiegen, die Industrieproduktion hat sich wieder normalisiert, die Reisetätigkeit nimmt zu, und immer mehr Unternehmen berichten von einem positiven Geschäftsverlauf und Ausblick. In diesem sich schnell verändernden Umfeld müssen europäische Unternehmen, die in China tätig sind, Strategien zur Transformation ihrer Geschäftsmodelle entwickeln, um sich schnell an die "neue Normalität" anpassen zu können.

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Unter dem Eindruck des Coronavirus sank das chinesische BIP im ersten Quartal 2020 um 6,8 % gegenüber dem Vorjahr und um 9,8 % gegenüber dem vierten Quartal 2019 - der erste vierteljährliche BIP-Rückgang seit über 30 Jahren. Von Januar bis März gingen fast alle wichtigen Wirtschaftsindikatoren zweistellig zurück, insbesondere die Anlageinvestitionen und die Einzelhandelsumsätze. Im gleichen Zeitraum fielen die ausländischen Direktinvestitionen im Vergleich zum Vorjahr um 10,8% auf 31 Mrd. USD. Fast 500.000 chinesische Firmen schlossen im ersten Quartal, darunter 26.000 im Exportsektor.

Die Zentralregierung und die lokalen Behörden griffen ein, um die Wirtschaft zu unterstützen, indem sie beispielsweise Steuererleichterungen gewährten, Subventionen für Elektrofahrzeuge wieder aufleben ließen, bestimmte Handels- und Investitionsbeschränkungen liberalisierten, 46 neue Sonderzonen für den grenzüberschreitenden E-Commerce einrichteten oder Einkaufsgutscheine in Höhe von Milliarden Yuan verschenkten. Als Ergebnis dieser Maßnahmen und der Wiederöffnung der Wirtschaft scheinen sich die Umstände seit Ende März zu verbessern. Angetrieben vor allem von der Inlandsnachfrage kehrte der chinesische Einkaufsmanagerindex in den Expansionsbereich zurück, die Fabrikaktivität stieg an, der Automobilmarkt erholte sich und die Verbraucher - obwohl immer noch vorsichtig - scheinen ihre Kaufbereitschaft wieder zu erhöhen.

Ausländische Unternehmen beginnen, einen positiven Trend bei ihren Verkaufszahlen zu vermelden, vor allem im B2C-Segment: von Nike, Swatch, Louis Vuitton und Lego bis hin zu Starbucks und Domino's Pizza. Außerdem gaben sowohl Volkswagen als auch BMW an, dass die Verkäufe in China im April bereits über dem Vorjahresniveau lagen. Zwei aktuelle Umfragen scheinen diese Stimmung zu bestätigen: Die meisten US-Firmen in China haben derzeit keine Pläne, die Produktion wegen des Coronavirus in andere Teile des Landes oder ins Ausland zu verlagern. Und in der AHK-Umfrage "Business Outlook 2020" unter deutschen Unternehmen weltweit sind die in China ansässigen Firmen am optimistischsten - 50 % haben derzeit stabile oder bessere wirtschaftliche Aussichten.

In dieser Erholungsphase ist es für europäische Unternehmen unabdingbar, ihre Geschäftsmodelle proaktiv zu transformieren, um sich schnell an die "neue Normalität" des Marktes in China nach Corona anzupassen. Nur mit einer schnellen Anpassung der Digitalisierung und zukunftsweisenden Innovationsstrategien können sie vermeiden, Marktanteile zu verlieren und von der Konkurrenz abgehängt zu werden.
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